Establishment springt auf

Widerstand gegen Gentrifizierung
„Jeans kann man nicht essen“

Von Alexander Nieschwietz für tagesschau.de

Das Drama trägt den Titel „Gentrifizierung“, es verläuft immer gleich – und es kommt in fast jeder deutschen Großstadt zur Aufführung. Akt 1: Ein Stadtviertel, das verhältnismäßig heruntergekommen ist, bietet günstige Mieten und wird von sogenannten Pionieren entdeckt: Studenten und Künstler. Die haben zwar kaum Geld, aber dafür sind sie in eine Subkultur eingebunden – und die bringen sie mit. Akt 2: Die „Pioniere“ machen das Viertel lebendig: Es entstehen Kneipen, Bars, schummrige Kellerclubs. Akt 3: Das Viertel ist so attraktiv geworden, dass es in Reiseführern als das „In-Viertel“ der Stadt gilt. Touristen kommen zum Feiern, an Wochenenden pilgern (meist) junge Menschen ins Viertel.

Akt 4: Jetzt lohnt es sich für Immobilienunternehmen zu investieren. Sie kaufen ganze Straßenzüge und fangen an, die heruntergekommenen Häuser zu sanieren. Danach erhöhen sie die Mieten mittelfristig saftig. Akt 5: Die „Pioniere“ und die alteingesessenen Bewohner können sich die Wohnungen irgendwann nicht mehr leisten und müssen ausziehen. Sozialwissenschaftler befürchten: Im schlimmsten Fall bleibt ein „ballermannisiertes Reichen-Ghetto“ übrig. Herzlich Willkommen in Berlin-Prenzlauer Berg, Köln-Ehrenfeld oder im Hamburger Schanzenviertel.
Was bedeutet eigentlich Gentrifizierung?
Gentrifizierung ist ein Fachbegriff aus der Stadtgeographie, der den sozialen Wandel eines Stadtteils durch Maßnahmen wie Restaurierungen und andere gezielte Aufwertungen von Stadtvierteln beschreibt. In dessen Folge wird die ursprüngliche Wohnbevölkerung aufgrund steigender Mieten aus diesen Vierteln verdrängt. Der Begriff geht auf den englischen Landadel zurück. Die „Gentry“ zogen im 18. Jahrhundert vermehrt von ihren Landsitzen in die Städte und veränderten dadurch das soziale Gefüge.

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http://www.tagesschau.de/inland/gentrifizierung100.html

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