Archiv für August 2011

ein samstag im jahr 2011

ein schöner tag, ein tolles spiel, scheiß auf die abwehrfehler (wen interessieren die, in diesem augenblick?), selbst die stimmung in der ost hat mir heute weitesgehend gefallen, obwohl ich sonst immer ein ganzes büschel an haaren in der suppe finde. um mich herum einfach nur zufriedene gesichter. tim wiese bewegt sicht in richtung kurve und bekommt das megaphon: „gebt mir ein…“ und auf einen schlag war diese zufriedenheit verschwunden. und mal ehrlich, selbst im absoluten vollrausch, arm in arm mit marco bode und uli borowka würde mir keine humba mehr über die lippen kommen. zu sehr verkörpert dieses „lied“ für mich die unkreative, konsumierende masse und da ist es mir dann auch relativ egal, wie die aussenwirkung ist. ich lasse mich nicht zwangsverpflichten und ich bin froh, das ich da anscheinend nicht alleine bin.

ein sonn(en)tag…

gutes wetter und die aussicht auf gute auftritte der gästefans sind wohl, neben dem netten beisammen sein, die einzigen gründe, welche mich auf platz 11 zu den amateuren bewegen. mit preussen münster und sonnenschein waren die vorraussetzungen also erfüllt und ein gemütlicher haufen inklusive gästen machte sich auf, karten abgeholt, stadion betreten und das erwartete bild bot siche einem auch, deviants und „die anderen“ preussen standen sich in der langezogenen gästekurve gegenüber. leider standen die deviants auf unserer seite, so das einiges an optischen und auch an lautstärke verloren ging. mag auch ein grund gewesen sein, warum mir das nicht so wirklich gefallen hat. ich mag melodische leider, gerne auch langsam gesungen, aber oftmals wirken diese entweder nur im bus oder wenn mehrere tausend menschen sie im stadion singen, sonst fehlt ihnen, für mein empfinden, einfach die wirkung. dementsprechend wirkte das alles ein wenig gehemnt, auch wenn der wille wohl durchaus da war. auf bremer seite präsentierte man pommes, kaffee und cola und hielt sich ansonsten nicht mit unnötigem singsang auf.
das spiel selber war einfach scheiße, sandro wagner kläglich und auch sonst wollte keiner wirklich auffallen. die abwehr stand einigermaßen, wurde von preussen aber auch nicht wirklich gefordert. letztlich geht das 0zu0 absolut in ordnung und der bremer nachwuchs konnte somit seinen 2. punkt am 6. spieltagt einfahren.
und während nach dem spiel wohl noch einige personen ihren „humba“-rausch vom vortag verarbeiteten, präsentierte sich das cda von seiner fantechnisch polygamen seite und schlenderte im buntgemischten haufen am deich richtung sonnenuntergang.

der staat erklärt…

Auch dies ist ein Indiz dafür, dass sich Teile der deutschen Ultraszenen ihren erklärten Vorbildern in Italien immer mehr annähern, die durch organisiertes Auftreten gegenüber den Stadioneignern, den -betreibern, den Vereinen, dem Verband und auch Teilen der lokalen Politik den „Druck der Straße“ erhöht, um sich mehr oder weniger rechtsfreie Räume zu schaffen.

nur ein kleiner auszug aus dem aktuellen bericht der zentralen informationsstelle sporteinsätze.

einen kleinen vergleich stellte auch magischer fc an.

dienstag abend: champions league!

kurzfristig angesetzter test, kurzfristig entschlossene reisegruppe. zu dritt machte man sich also auf zum bahnhof. welch brisanz in diesem spiel stecken sollte, wurde uns dort dann eindrucksvoll bewiesen, kriegten wir doch gleich mal zwei skbs zur seite gestellt. natürlich ließen wir uns davon nicht abschrecken und vorbei am kulturbahnhof sprötze, ging es auf nach hamburg. auf sankt pauli noch kurz einen braunweißen weggefährten eingesammelt und für faire 5 euro karten gekauft. da wir grundsätzlich zur faulen sorte gehören, ersparten wir uns den weiten weg rund ums stadion und ließen uns gleich auf der süd nieder. also hoch die treppen, einen gemütlichen sitzplatz gesucht und wieder einmal festgestellt, das ich, so langsam aber sicher, ein freund, des fussball im „halbsitzen“ werde. optimale sicht aufs spielfeld und auch von der akustik her (soweit man das bei so einem kick beurteilen kann) angenehm. das stadion füllte sich überraschend gut und im endeffekt fanden rund 7300 zuschauer ihren weg, darunter in etwa 1000 – 1500 bremer. für einen spontanes spiel am dienstag eine recht ordentliche zahl. support gab es auf beiden seiten nicht wirklich und so begnügte sich auch unser gemischter haufen mit fussball gucken und gelegentlichen raucheinlagen. das spiel bot das, was man sich vorher erwartet hatte, nen lauschiger kick mit schönen kombinationen, ein paar toren, aber ohne (unnötige) härte. arnautovic mit einer wunderbaren direktabnahme, naldo mit gelungenem comeback und ignjovski mit seinen ersten minuten (in der ersten halbzeit mit einigen guten aktionen) für werder, sind wohl die zu erwähnenden höhepunkte. werder in der ersten halbzeit überlegen, in der zweiten eher ein wenig runtergefahren. sankt pauli ebenfalls mit ner ansehbaren leistung und zumindest im testspiel gab es mal wieder stürmertore. beide seiten haben fröhlich und fleißig durchgewechselt, so das man sich die ein oder andere variation anschauen konnte.
nach dem spiel ging es für uns erstmal ins raval, gemütlich seitan-currywurst essen und ein wenig palavern, bevor wir uns noch die neue wohnung unserer hamburger begleitung anschauten. leider hat unsere lieblingsbahngesellschaft, den letzten zug doch recht frühzeitig angesetzt und so waren wir dann auch schon um kurz nach mitternacht wieder in bremen.
einen lieben gruß an unseren „gastgeber“, spontane ideen sind doch immer wieder gut!

Pirmasens reloaded

Besser spät als nie…

Endlich da. Heidenheim an der Inzest. Zehn volle Stunden hab ich gebraucht, um dann auf urban-großkotzige Art und Weise aus dem Bus zu stolpern. Hurra, hurra – na sicher – die Bremer die sind da. Gleich wieder in den Bus zu steigen und zurückzufahren wäre wohl die beste Variante gewesen, aber wer konnte das denn schon vorher wissen…

Das Stadionumfeld – reine Idylle. Am Wald gelegen, ein Gebäude des Forstamts mit Hirschgeweih an der Fassade plus Tiergehege, quasi direkt hinterm Gästeblock. Irgendwie muckelig, irgendwie deutsch.

Am Einlass war es dann aber schnell vorbei mit der Gemütlichkeit, meine (deutsche!) Banane durfte ich mit dem Hinweis, dass diese als Wurfgeschoß benutzt werden könnte, nicht mitnehmen. Dafür gab es PET-Flaschen im Stadion zu kaufen. Fies. Wenigstens musste ich keine Imperialisten-Brause saufen, nein, es gab Gutmenschen-Lifestyle-Cola für den aufgeklärt-linken Ultra mit gutem Gewissen.

Für das innere des Stadions konnte ich mich begeistern, kleine Tribüne, flaches Dach, nicht alles einheitlich, nicht steril. Steh ich drauf. Gegenüber von uns die Heimkurve mit den Fanatico Boys, die eine Choreo zu Beginn hinlegten und sich dann mit ihrem Stimmungskern abmühten. War nicht viel, aber auch nicht viel weniger als in den letzten beiden Erstrunden in den Heimkurven von Köpenick und Ahlen.

Wahres Highlight war noch der Bärenmarke-Bär, der sich scheinbar `ne Mark als Maskottchen in Heidenheim dazuverdient. Meine erste Assoziation war dieser Brüller aus meiner Kindheit. Zum Ghostbusters-Theme legte der Bär eine flotte Sohle auf den Rasen, immer schön winkend, immer schön grinsend. Ständig wechselnd auf einer Skala von niedlich bis grenzdebil.

Dann das Spiel, die erste Halbzeit war der Block ultrig aufgelegt, nach der Pause entwickelte sich das Geschehen im Gästeblock parallel zur Mannschaftsleistung.

Dankenswerterweise dann auch schon die Rückfahrt.

Später sickerte noch die Info in den Bus, dass sich eine skorbutaffine Gruppe von Freitag auf Samstag Nacht weniger mit Ruhm, dafür aber umso mehr mit ABC-Löschpulver im Umlauf des Weser-Stadions bekleckert hatte. Chaos-Drogen-Antifa wusste natürlich schon lange im Vorfeld von der geplanten Aktion, blieb aber untätig – Fußball interessiert uns nicht.

Fazit des Tages: Heute ist Mittwoch. Morgen hoffentlich auch.

Bayer Leverkusen – Sv Werder Bremen

Bayer Leverkusen – Sv Werder Bremen 1:0

Am zweiten Spieltag musste Werder gegen Leverkusen ran, nach einem erfreulichen 2:0 gegen Kaiserslautern konnte ich auch mit ein wenig Hoffnung auf n gutes Spiel von Werder gen Rheinland fahren. Die Hinfahrt verlief recht ruhig und unser Bus erreichte schon recht früh Leverkusen. Bis zum Anpfiff wurde so die Zeit vertendelt. Bis es dann endlich um 17:30 losging! Werder stand in der Defensive gut, blieb aber leider im Sturm oft zahnlos mit Ausnahme einer Großchance von Lennart Thy, die er leider nicht für sich nutzen konnte. Mit dem Stand von 0:0 ging es dann in die Kabinen zur Halbzeitpause.Auch in der zweiten Hälfte schaffte es Werder nicht das wichtige Tor zu schießen, im Gegenzug entschied Leverkusen in der 86 Spielminute durch das Tor von Kadlec das Spiel für sich. Werder hat es leider nicht geschafft die heute schwachen Leverkusener, die durchaus schlagbar gewesen wären,zu besiegen und den Aufwärtstrend der letzten Woche fortzusetzen, dennoch bleibt Hoffnung auf eine bessere Saison als die vergangene.Zum Intro gab es auf unserer Seite ein wenig Pyro, leider war ja alles andere heute verboten. Die Stimmung im Gästeblock war eher mau, da es über 90 Minuten selten gelang den Block richtig zu koordinieren. Nach dem Spiel gab es dann noch ne kleine Auseinandersetzung mit dem heimischen Ordnungsdienst,bis wir dann endlich im Bus ankamen. So wurden dann einige Missionen auf der Rückfahrt erfüllt. Mit nicht so gutem Ende für mich als unerfahrenen Bustrinker. Mit Mariacron und Jägermeister hatte ich auch zwei ambitionierte Gegenspieler in denen ich dann gegen Ende der Fahrt meinen Meister fand.
Endlich ist bald wieder Mittwoch und Werder gewinnt gegen Freiburg zuhause!
Grüße an die Crew!

einervoneuch!