Pirmasens reloaded

Besser spät als nie…

Endlich da. Heidenheim an der Inzest. Zehn volle Stunden hab ich gebraucht, um dann auf urban-großkotzige Art und Weise aus dem Bus zu stolpern. Hurra, hurra – na sicher – die Bremer die sind da. Gleich wieder in den Bus zu steigen und zurückzufahren wäre wohl die beste Variante gewesen, aber wer konnte das denn schon vorher wissen…

Das Stadionumfeld – reine Idylle. Am Wald gelegen, ein Gebäude des Forstamts mit Hirschgeweih an der Fassade plus Tiergehege, quasi direkt hinterm Gästeblock. Irgendwie muckelig, irgendwie deutsch.

Am Einlass war es dann aber schnell vorbei mit der Gemütlichkeit, meine (deutsche!) Banane durfte ich mit dem Hinweis, dass diese als Wurfgeschoß benutzt werden könnte, nicht mitnehmen. Dafür gab es PET-Flaschen im Stadion zu kaufen. Fies. Wenigstens musste ich keine Imperialisten-Brause saufen, nein, es gab Gutmenschen-Lifestyle-Cola für den aufgeklärt-linken Ultra mit gutem Gewissen.

Für das innere des Stadions konnte ich mich begeistern, kleine Tribüne, flaches Dach, nicht alles einheitlich, nicht steril. Steh ich drauf. Gegenüber von uns die Heimkurve mit den Fanatico Boys, die eine Choreo zu Beginn hinlegten und sich dann mit ihrem Stimmungskern abmühten. War nicht viel, aber auch nicht viel weniger als in den letzten beiden Erstrunden in den Heimkurven von Köpenick und Ahlen.

Wahres Highlight war noch der Bärenmarke-Bär, der sich scheinbar `ne Mark als Maskottchen in Heidenheim dazuverdient. Meine erste Assoziation war dieser Brüller aus meiner Kindheit. Zum Ghostbusters-Theme legte der Bär eine flotte Sohle auf den Rasen, immer schön winkend, immer schön grinsend. Ständig wechselnd auf einer Skala von niedlich bis grenzdebil.

Dann das Spiel, die erste Halbzeit war der Block ultrig aufgelegt, nach der Pause entwickelte sich das Geschehen im Gästeblock parallel zur Mannschaftsleistung.

Dankenswerterweise dann auch schon die Rückfahrt.

Später sickerte noch die Info in den Bus, dass sich eine skorbutaffine Gruppe von Freitag auf Samstag Nacht weniger mit Ruhm, dafür aber umso mehr mit ABC-Löschpulver im Umlauf des Weser-Stadions bekleckert hatte. Chaos-Drogen-Antifa wusste natürlich schon lange im Vorfeld von der geplanten Aktion, blieb aber untätig – Fußball interessiert uns nicht.

Fazit des Tages: Heute ist Mittwoch. Morgen hoffentlich auch.

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